Wandertour in der sächsischen Schweiz vom 21. - 22.Mai 2008
Einige einleitenden Worte….
Es gab einmal - im Dreiländereck Polen, Tschechien und Sachsen - vor langer, langer Zeit einen riesigen, wirklichen riesig, riesig großen Felsen. Ihm gegenüber stand ein ähnlich massiver und ausladender Felsen. Die zwei Felsen verharrten an ihrem Platz, verhaftet in Grund und Boden, unbeweglich aufgrund ihrer Beschaffenheit aus Stein, dem Wind und Wetter ausgesetzt. Vor lauter Langeweile – die zwei hatten nichts Besseres zu tun – begannen sie sich zu streiten. Worüber?
Natürlich über ihre Größe und Beschaffenheit, der eine Felsen wollte dem anderen weismachen, sein Stein sei härter und wertvoller und überhaupt sei er viel größer und schöner gewachsen.
Nun standen sich die zwei Streitfelsen in nichts nach, ein Argument wurde durch ein anderes ersetzt. Die Streitigkeiten – oder besser die Eitelkeiten der Felsen – ließen es nicht zu, nachzugeben. Keiner wollte dem anderen in etwas nachstehen.
Innerlich jedoch fingen die Felsen an sehr wütend zu werden, so wütend, dass sie eines Tages in viele, viele kleine Steinbrocken zerplatzten. Die kleinen Felsbrocken wuchsen und gediehen zu stattlichen Größen heran. Ähnlich ihren Vorfahren, war ihnen langweilig (das Leben eines Felsen ist sehr eintönig, lediglich das Wetter bringt Abwechslung und Erfrischung) – somit fingen auch sie an sich zu necken, aus dem Necken wurde bald mehr – bis dahin, dass die Felsen wieder anfingen innerlich zu kochen und letztlich zu platzen…..
Dies währte noch einige Jahrzehnte an – ein wunderschönes Gebirge, das Elbsandsteingebirge - die sächsische Schweiz -, ist entstanden, die heute neben den vielen verschiedenen Felsformationen und -schluchten eine abwechslungs-reiche Flora und Fauna besitzt, so dass die Felsen nicht mehr so allein und einsam sind. Ein herrliches Gebirge, fast vor der Haustür, dass uns im Mai 2008 zum wandern lockte. (nach einer Idee von Marcel Holke, entstanden auf der Wanderung)
Unsere Wanderung in der Sächsischen Schweiz
Mit acht BewohnerInnen aus unterschiedlichen TWG´s von PROWO e.V. haben wir einen wunderschönen Zweitagesausflug in die Sächsische Schweiz veranstaltet. Wir fuhren mit Bus und Bahn ins Elbsandsteingebirge und wanderten aus dem Elbtal, durch das Polenztal hinauf zur Brandbaude. Dort erwartete uns eine gastliche Herberge, in der wird gut versorgt und gebettet wurden, wir den gigantischen Ausblick genossen und uns den Abend mit Gesellschafts-spielen und Erzählen vertrieben. Am kommenden Morgen stärkten wir uns am Frühstücksbüfett und wanderten auf anderem Wege zu unserem Ausgangspunkt zurück.
Zwei Wochen zuvor trafen sich alle Interessierten zur Planung der Kurzreise.
Ganz schnell entstand eine angenehme Atmosphäre und es dauerte nicht lange, bis sich alle TeilnehmerInnen über ihre Vorstellungen zum Ablauf ausgetauscht und jeder eine Aufgabe zum Gelingen vor-geschlagen und übernommen hatten. Dank eines Eigenanteils der TeilnehmerInnen und einer erfolgreichen Akquisearbeit war auch die finanzielle Ausstattung der Tour gesichert.
Wie schön und gelungen die Umsetzung dann schließlich war, hat uns als BetreuerInnen in unserer Annahme bestärkt, dass in unseren BewohnerInnen eine Menge Potential schlummert, das geweckt werden möchte: unser üppiges Picknick am Elbufer, selbst zubereitet und transportiert, die gegenseitige Rücksichtnahme, das Miteinander und die spürbare Bereitschaft von allen Beteiligten zum Gelingen der Aktion beizutragen - das war großartig!
Die Stimmung beim Nachtreffen war entsprechend. Es wurden Geschichten aus den beiden Tagen erzählt und eine große Lust auf weitere Exkursionen wurde verkündet. Das nächste Mal zu Wasser bei einer Paddeltour wurde bereits geplant.
Wir, Josefine, Julia und Dirk möchten uns bei allen TeilnehmerInnen herzlich bedanken für die angenehmen Stunden und Euer Engagement.
Julia, Dirk & Josefine
Von Alice Behrend
„Die Zugfahrt in die sächsische Schweiz war schon schön. Wir waren ein kleines Grüppchen von 5 Leuten, haben gequatscht und gelacht. Nach cirka 4 Stunden sind wir im Ort Rathen angekommen. Die andere Gruppe, die mit dem Autobus unterwegs waren, sind auch zur selben Zeit angekommen. Wir haben uns erstmal alle zusammen gefunden und gemütlich gepicknickt. Dies war schön. Es war auch schon vorfreudige Stimmung in der Luft von uns allen. Das ist ein aufregendes, schönes Gefühl. Zusammen haben wir uns so langsam auf den Weg gemacht. Zuerst mit der Fähre zur anderen Seite des Flusses, dort zur Stärkung noch ein Käffchen getrunken. Dann ging es endlich auch mit der Wanderung los. Ich fand es schön, dass wir als Gruppe zusammen geblieben sind und wir alle denselben Weg eingeschlagen haben. Ach die Natur war herrlich um einen herum, dazu das Wandern – das tat unheimlich gut. Auch ein wenig steilere Stellen waren auf dem Weg zu unserer Hütte - die Brandbaude - , dort hin zu kommen war unser Ziel für diesen Tag, um hier übernachten und essen zu können. Am Ziel angekommen, genossen wir die Aussicht, die war so schön friedlich und beruhigend. Nach einer Quatsch- und Trinkpause, hatten fast alle noch mal Lust in der schönen Natur spazieren zu gehen.
Wieder zurück haben wir auch noch gegrillt. Schön, wenn alle zusammen sitzen und zusammen essen und sich nebenbei unterhalten. Themen austauschen und gemeinsam über dieselben Dinge lachen. Das Wetter war noch nicht so warm, so dass wir nicht allzu lange draußen sitzen bleiben konnten. Im Haus haben wir uns wieder alle zusammen gefunden und haben Spiele gespielt oder manche haben gerätselt.
Am nächsten Morgen haben wir schön zusammen gefrühstückt und sind dann gemeinsam zu unserer Wanderung aufgebrochen, wieder durch Wälder und Felsbrocken. Die Felsgebilde sind echt wahnsinnig schön. Also der zweite Wandertag war auch schön. Ach die Stunden hätten sich von mir aus weiter hin ziehen können. Noch Stunden hätte ich in der Natur weiterlaufen können. Aber als wir wieder unserem Ziel nach Rathen näher kamen, von wo aus wir wieder mit der Fähre zur anderen Seite des Flusses abgesetzt wurden, war die Luft in der gesamten Gruppe etwas raus. Der Hauptgrund war glaub ich das Wetterchen. Es hatte nämlich leider leicht zu regnen begonnen. Dies war nicht mehr so einladend. Wieder drüben auf der anderen Seite der Elbe, haben wir uns so langsam verabschiedet, noch schnell ein paar schöne Erinnerungsbilder festgehalten.
Dann waren wir wieder zwei Grüppchen, die einen sind wieder mit dem Autobus zurück und meine Gruppe ist wieder mit dem Zug zurück nach Berlin. Auf der Rückfahrt mit dem Zug war dann jeder mehr bei sich. Ich war traurig, dass die Wanderzeit in der sächsischen Schweiz und in der schönen Natur schon wieder vorbei war. Es hat was, mal kurz aus dem Alltag raus zu kommen. Öfter mal so kleine Auszeiten würden glaub ich richtig gut tun, für jeden Menschen.
Ca. 2 Wochen später
Dann hat sich unsere Wandertruppe aus der sächsischen Schweiz noch einmal getroffen, ein Nachtreffen – leider waren nicht alle da. Das Nachtreffen fand ich super. Es war auch richtig nett, wir haben Kaffee getrunken, Kuchen gegessen, gequatscht und uns alle Bilder angesehen, die wir während der zwei Tage festgehalten haben. Das war auch schön. Wir haben sogar überlegt, ob es einen nächsten Kurztrip gibt, wann, wo es sein könnte.
Wir sind zu einer festen Idee von einem Paddelausflug im August gekommen. Wenn das alles klappt, freu ich mich schon jetzt tierisch drauf.